SciencesPo in Toulouse – Lina

Wer den Wunsch hat, in einem französischsprachigen Land ein Auslandssemester zu absolvieren, hat an der TU Braunschweig die Möglichkeit, dieses in Toulouse oder auf der Insel La Reunion zu machen. Ich habe mich für Toulouse entschieden, da ich die südfranzösische Kultur kennenlernen wollte und die Uni da sehr gut sein soll. Immerhin ist die SciencesPo eine Grande Ecole und nach dem französischen Bildungssystem eine Eliteuniversität. Für die Bewerbung und auch für den Aufenthalt muss man einen Haufen Dokumente zusammensuchen (dazu zählen Lebenslauf, Motivationsschreiben, Passfotos, Learning Agreement, Krankenversicherung etc.). Das sollte einen aber auf keinen Fall davon abhalten ERASMUS zu machen. Untergekommen bin ich in einem Studentenwohnheim. Die Zimmer sind zwar klein, aber man findet schnell Gesellschaft und wenn man Glück hat, ist man in einem Wohnheim direkt neben der Uni. Die Uni selbst ist ein kleines Institut, welches viele interessante Kurse anbietet, die man sich häufig auch in Braunschweig anerkennen lassen kann. Außerdem gibt es auch englische Kurse, die man belegen kann. Diese würde ich empfehlen, wenn man Anfänger in Französisch ist, da die Professoren sehr schnell reden und manchmal sogar die französischen Studenten nichts verstehen. Aber im Allgemeinen würde ich mich ruhig rantrauen, weil man nur so lernt und man irgendwann auch mehr versteht. Der Unterricht zeichnet sich hauptsächlich durch Frontalunterricht ab. Die Studentin tippen alles wortwörtlich mit, was der Professor sagt und lernen das dann für die Prüfung auswendig. Auch sollte man sich nicht wundern, wenn die Vorlesungen teilweise drei Stunden gehen. Nichtsdestotrotz sind die meisten Kurse spannend und man kriegt definitiv viel Input. Positiv ist auch, dass man einen Französischkurs belegen kann auf dem Sprachniveau, welches man am Anfang angegeben hat. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, andere Sprachkurse zu wählen oder sich an dem vielfältigen Sportangebot zu bedienen. Allgemein war ich mit der Betreuung für die Austauschstudenten recht zufrieden.

Toulouse selbst ist sehr empfehlenswert. Mit etwa 200.000 Studenten von ca. 500.000 Einwohnern ist Toulouse eine richtige Studentenstadt, was man auch der Stadt anmerkt. Es ist immer viel los und man trifft viele junge Leute. Außerdem gibt es viele Reduzierungen für Jugendliche unter 25/26. So kostet zum Beispiel ein Monatsticket, welches alle Transportmittel beinhaltet nur 10 Euro. Generell gibt es hier viele Möglichkeiten abends wegzugehen, ob es in eine Bar oder Club ist. Die Stadt selbst ist sehr schön und am liebsten sitzt man im Sommer an der Garonne und macht ein Picknick oder trinkt ein Bier. Durch das Erasmus-Programm lernt man unheimlich viele Leute aus aller Welt kennen. Durch die Studentenorganisationen ESN und Mondus gab es mehrere Veranstaltungen wie Partys oder einen Skitrip. Um französische Studenten kennen zu lernen muss man allerdings aktiver sein, da die meisten nicht so offen wirken. So oder so wird man definitiv viel Spaß haben und fachlich und kulturell viele neue  Sachen lernen. Auch wenn vieles gewöhnungsbedürftig ist (wie Bürokratie und Universität) lohnt es sich auf jeden Fall.

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